Die Adresse, die dich zur richtigen Website bringt
Stell dir vor, du willst einem Freund einen Brief schicken. Du schreibst seinen Namen und seine Anschrift auf den Umschlag, wirfst ihn ein, und ein paar Tage später liegt er in seinem Briefkasten. Du musstest nie wissen, durch welche Straßen der Brief gefahren ist oder in welchem Sortierzentrum er lag. Die Anschrift hat gereicht.
Eine Domain ist im Internet genau diese Anschrift. domain-infos.de,
wikipedia.org oder tagesschau.de
sind Domains. Du tippst sie in die Adresszeile deines Browsers, drückst Enter, und
kurz darauf erscheint die passende Website. Auch hier gilt: Du musst nicht wissen, wo
genau auf der Welt diese Website liegt. Der Name reicht.
Das ist die wichtigste Erkenntnis gleich zu Beginn. Eine Domain ist kein Ort und kein Computer, sondern ein Name. Ein Name, der auf etwas zeigt. Und damit dieses Zeigen funktioniert, braucht es ein System im Hintergrund. Genau das schauen wir uns jetzt an.
Warum es Domains überhaupt gibt
Computer im Internet finden sich nicht über Namen, sondern über Nummern. Jedes Gerät,
das ans Netz angeschlossen ist, hat eine eigene Nummer, die IP-Adresse. Die sieht zum
Beispiel so aus: 93.184.216.34. Ähnlich wie eine
Telefonnummer ist sie eindeutig und führt zu genau einem Anschluss.
Theoretisch könntest du eine Website also über ihre IP-Adresse aufrufen, indem du diese Zahlenreihe in den Browser tippst. In der Praxis macht das niemand, und das aus einem einfachen Grund: Menschen können sich Namen viel besser merken als Zahlen. Niemand würde sich „Schreib mir doch mal an 93.184.216.34“ merken wollen, aber „besuch mal example.com“ bleibt sofort hängen.
Die Domain ist also eine menschenfreundliche Hülle um eine technische Nummer. Du merkst dir den Namen, und im Hintergrund wird daraus automatisch die passende Nummer. Dieses Übersetzen von Namen in Nummern ist die zentrale Aufgabe, um die sich im Internet ein ganzes System kümmert. Mehr dazu auf der Seite über die Funktion einer Domain.
Eine Domain hat mehrere Teile
Wenn du genauer auf eine Domain schaust, fällt dir auf, dass sie aus mehreren Teilen
besteht, getrennt durch Punkte. Nimm shop.beispiel.de. Diese
Adresse liest man von rechts nach links, also vom Allgemeinen zum Besonderen.
Ganz rechts steht .de, die Endung. Sie heißt fachlich
Top-Level-Domain und ordnet die Adresse grob ein, in diesem Fall nach dem Land
Deutschland. In der Mitte steht beispiel, der eigentliche
Name. Diesen Teil sucht man sich selbst aus und lässt ihn registrieren. Und links davor
steht shop, eine sogenannte Subdomain, mit der man Bereiche
einer Website abtrennen kann.
Für den Moment reicht es, ein Gefühl dafür zu haben, dass eine Domain kein Block ist, sondern aus benannten Bausteinen besteht. Wie diese Teile genau heißen und welche Aufgabe jeder hat, erklären wir ausführlich auf der Seite zum Aufbau einer Domain.
Kann man eine Domain besitzen?
Das ist eine Frage, die viele überrascht. Streng genommen kauft man eine Domain nicht, sondern man mietet das Recht, sie für eine bestimmte Zeit zu nutzen. Meist bucht man ein Jahr und verlängert dann immer wieder. Solange man verlängert, gehört die Domain praktisch einem, und niemand sonst kann sie nutzen.
Verwaltet wird das Ganze von zentralen Stellen, den sogenannten Registries. Für jede
Endung gibt es genau eine. Für alle .de-Domains ist das
zum Beispiel die DENIC, eine Genossenschaft mit Sitz in Frankfurt. Die Registry führt
eine riesige Liste darüber, welche Domain unter ihrer Endung gerade an wen vergeben
ist. Sie sorgt dafür, dass ein Name immer nur einmal existiert.
Registrieren tust du eine Domain aber normalerweise nicht direkt bei der Registry, sondern über einen Vermittler, den Registrar. Das sind die Anbieter, bei denen man Domains bucht. Der Registrar nimmt deine Bestellung entgegen und meldet sie an die Registry weiter. Für dich fühlt sich das an wie ein normaler Einkauf, im Hintergrund wandern die Daten aber durch mehrere Hände.
example.com kann es kein zweites Mal geben. Deshalb sind
kurze, gute Namen begehrt, und manche sind seit Jahrzehnten vergeben.
Häufige Missverständnisse rund um Domains
Weil das Thema technisch wirkt, halten sich ein paar Irrtümer hartnäckig. Der erste: Viele setzen Domain und Website gleich. Das ist verständlich, aber nicht ganz richtig. Die Domain ist nur die Adresse. Die Website, also die eigentlichen Inhalte, liegt auf einem Server, dem sogenannten Webhosting. Man kann eine Domain besitzen, ohne dass eine Website dahinter liegt, und man kann eine Website umziehen, ohne die Domain zu wechseln. Beides gehört zusammen, ist aber nicht dasselbe.
Der zweite Irrtum betrifft das www am Anfang. Früher tippte
man es immer mit, heute lässt man es meist weg, und trotzdem landet man auf derselben
Seite. Das liegt daran, dass www technisch gesehen nur eine
Subdomain ist, die fast alle Betreiber automatisch auf die Hauptadresse umleiten. Ob
mit oder ohne, ist also Geschmackssache und ändert nichts an der eigentlichen Domain.
Der dritte Irrtum: dass eine bestimmte Endung „besser“ sei als eine andere. In
Wahrheit funktioniert technisch jede Endung gleich gut. Welche passt, hängt vom Zweck
ab. Eine Bäckerei in Köln ist mit .de bestens bedient,
ein internationales Startup greift vielleicht lieber zu .com.
Eine Übersicht aller Endungen und wofür sie typischerweise stehen, findest du in unserer
TLD-Übersicht.
Wie man einen guten Domainnamen wählt
Wenn du selbst eine Domain registrieren willst, lohnt es sich, vorher kurz über den Namen nachzudenken. Ein guter Domainname ist kurz, leicht auszusprechen und einfach zu schreiben. Die Faustregel: Wenn du jemandem den Namen am Telefon nennst, sollte er ihn ohne Nachfragen richtig eintippen können. Bindestriche, Zahlen und komplizierte Schreibweisen führen oft zu Verwechslungen und sind deshalb mit Vorsicht zu genießen.
Achte außerdem darauf, dass der Name zu dir oder deinem Vorhaben passt und idealerweise
ein wenig über den Inhalt verrät. Gleichzeitig sollte er nicht zu eng gefasst sein. Wer
heute koelner-keksladen.de registriert und morgen auch
Kuchen verkaufen will, ärgert sich vielleicht über den engen Namen. Ein bisschen
Spielraum für die Zukunft schadet selten.
Und schließlich: Prüfe vor der Entscheidung, ob der Name in der gewünschten Endung überhaupt noch frei ist und ob er nicht schon eine Vergangenheit hat. Gerade bei älteren Namen kann es sich lohnen, die Geschichte einer Adresse zu kennen. Was es damit auf sich hat und worauf man bei gebrauchten Domains achten sollte, erklären wir auf der Seite zu Expired Domains. Das schützt vor bösen Überraschungen, etwa wenn eine Domain in der Vergangenheit für unseriöse Inhalte genutzt wurde.
Wofür man Domains nutzt
Am bekanntesten ist die Domain als Adresse einer Website. Aber sie kann mehr. Auch
E-Mail-Adressen hängen an Domains. Wenn jemand name@firma.de
schreibt, dann ist firma.de die Domain, an der das
Postfach hängt. Eine eigene Domain wirkt dabei deutlich professioneller als eine
Adresse bei einem kostenlosen Anbieter.
Für Unternehmen ist die Domain außerdem ein Stück Markenidentität. Der Name in der Adresszeile ist oft das Erste, was jemand von einer Firma sieht. Ein klarer, kurzer Domainname schafft Vertrauen und bleibt im Kopf. Deshalb investieren Firmen teils beträchtliche Summen in den passenden Namen, vor allem wenn er schon vergeben ist und dem aktuellen Inhaber abgekauft werden muss.
Und schließlich sind Domains auch ein Thema für sich, wenn es um ihre Geschichte geht. Manche Adressen waren schon einmal in Benutzung, wurden aufgegeben und sind später wieder frei geworden. Wer eine gebrauchte Domain übernehmen möchte, sollte ihre Vergangenheit kennen, denn die Historie einer Adresse kann ihren Wert und ihre Eignung stark beeinflussen. Mehr dazu liest du auf unserer Seite über Expired Domains.
Das Wichtigste in Kürze
Eine Domain ist die merkbare Adresse einer Website. Sie existiert, weil Menschen sich Namen besser merken können als die technischen Nummern, über die Computer sich tatsächlich finden. Sie besteht aus mehreren Teilen, allen voran der Endung und dem eigentlichen Namen. Man besitzt eine Domain nicht für immer, sondern mietet sie auf Zeit, verwaltet über Registries und gebucht über Registrare. Genutzt wird sie für Websites, E-Mails und als Teil einer Marke.
Damit hast du die Grundidee verstanden. Im nächsten Schritt lohnt sich ein Blick auf den genauen Aufbau einer Domain und darauf, wie das Ganze im Hintergrund technisch funktioniert.
Für Technikinteressierte: Das DNS und die Wurzel des Systems
Das Übersetzen von Domainnamen in IP-Adressen übernimmt das Domain Name System,
kurz DNS. Es ist hierarchisch aufgebaut, ähnlich einem umgedrehten Baum. An der
Spitze sitzt die Root-Zone, die von der IANA koordiniert wird. Darunter liegen die
Top-Level-Domains wie .de oder .com, jeweils mit eigenen
autoritativen Nameservern. Darunter wiederum die einzelnen Domains.
Fragt ein Browser nach einer Adresse, arbeitet sich ein sogenannter Resolver durch
diese Hierarchie: erst die Root, dann die zuständige TLD, dann der für die Domain
verantwortliche Nameserver, der schließlich die konkrete IP liefert. Antworten
werden zwischengespeichert (Caching) und haben eine Gültigkeitsdauer, die TTL
(Time to Live). Deshalb dauert es nach einer Änderung manchmal, bis sie überall
ankommt. Wer das praktisch nachvollziehen will, nutzt Kommandos wie
dig +trace example.de, um den Weg der Abfrage sichtbar zu machen.