Von rechts nach links gelesen
Der wichtigste Trick, um eine Domain zu verstehen, klingt erst mal komisch: Man liest sie von rechts nach links. Während wir Text normalerweise von links nach rechts lesen, ist eine Domain umgekehrt aufgebaut, vom Allgemeinen ganz rechts zum Besonderen ganz links. Jeder Punkt trennt dabei eine Ebene von der nächsten, und jede dieser Ebenen hat ihre eigenen Aufgaben, die wir uns gleich der Reihe nach ansehen.
Nehmen wir das Beispiel shop.beispiel.de. Ganz rechts steht
.de, die allgemeinste Ebene. Dann kommt
beispiel, schon konkreter. Und ganz links
shop, der speziellste Teil. Stell es dir vor wie eine
Postanschrift, die mit dem Land beginnt und sich bis zur einzelnen Person
herunterarbeitet, nur eben in einer Zeile und mit Punkten getrennt.
Die Endung: Top-Level-Domain
Der Teil ganz rechts heißt Top-Level-Domain, kurz TLD, im Alltag einfach „Endung“.
Beispiele sind .de, .com,
.org oder neuere wie .shop.
Die Endung ordnet eine Domain grob ein. Manche stehen für ein Land, etwa
.de für Deutschland. Andere sind allgemein und weltweit
nutzbar, etwa .com. Wieder andere sind an Bedingungen
geknüpft, etwa .edu für Bildungseinrichtungen.
Welche Endung du wählst, ist keine technische, sondern eine inhaltliche Entscheidung. Technisch funktioniert jede gleich gut. Es geht darum, welches Signal die Endung sendet und wer deine Zielgruppe ist. Eine ausführliche Übersicht aller Endungen, sortiert nach Typ und Einsatzzweck, findest du in unserer TLD-Übersicht.
.de, allgemeine Endungen (gTLD) wie
.com und Endungen mit besonderen Auflagen (sTLD) wie
.gov. Was das im Detail bedeutet, steht in der Übersicht.
Der Name: Second-Level-Domain
Direkt vor der Endung steht der Teil, den die meisten meinen, wenn sie „die Domain“
sagen: der eigentliche Name. Fachlich heißt er Second-Level-Domain. Bei
beispiel.de ist beispiel die
Second-Level-Domain. Diesen Teil suchst du dir frei aus, solange er in der gewünschten
Endung noch nicht vergeben ist.
Hier entscheidet sich, wie gut eine Adresse funktioniert. Ein kurzer, klarer Name lässt
sich leicht merken, weitersagen und tippen. Erlaubt sind Buchstaben, Zahlen und
Bindestriche, wobei ein Name nicht mit einem Bindestrich beginnen oder enden darf.
Inzwischen sind auch Umlaute und Sonderzeichen möglich, etwa
müller.de, was technisch über einen Umweg gelöst wird, den
wir im Fachteil kurz erklären.
Die Kombination aus Name und Endung ist es, die eine Domain weltweit einzigartig macht.
beispiel.de und beispiel.com
sind zwei völlig verschiedene Domains, die unterschiedlichen Leuten gehören können.
Genau deshalb sichern sich Firmen ihren Namen oft in mehreren Endungen gleichzeitig.
Die Subdomain: alles links vom Namen
Vor dem Namen kann noch ein weiterer Teil stehen, die Subdomain. Das bekannteste
Beispiel ist www. Mit Subdomains lassen sich verschiedene
Bereiche einer Website voneinander trennen, ohne dass man dafür eine neue Domain
braucht. shop.beispiel.de,
blog.beispiel.de und
mail.beispiel.de gehören alle zur selben Domain
beispiel.de, führen aber zu unterschiedlichen Orten.
Das Praktische daran: Subdomains kannst du selbst anlegen und beliebig viele davon erstellen, ohne extra zu bezahlen. Sie sind ein kostenloses Ordnungssystem für deine eigene Domain. Ein Unternehmen kann den Onlineshop, das Kundenportal und die Hauptseite sauber trennen und trotzdem unter einem gemeinsamen Namen auftreten.
Das www ist übrigens nichts anderes als eine solche
Subdomain, die historisch für den „World Wide Web“-Teil eines Servers stand. Heute
leiten die meisten Seiten von www.beispiel.de automatisch
auf beispiel.de um oder umgekehrt, damit man beide Varianten
tippen kann und immer am selben Ort landet.
blog.beispiel.de in seine Teile zerlegt:
.de ist die Endung, beispiel der registrierte Name und blog eine
Subdomain. Zusammen ergeben sie eine eindeutige Adresse, die zu genau einem Ort führt.
Häufige Fragen zum Aufbau
Brauche ich das www? Nein. Ob du es mittippst oder nicht, macht für gut eingerichtete Seiten keinen Unterschied. Beide Varianten führen zum selben Ziel.
Sind Bindestriche schlecht? Nicht grundsätzlich, aber sie machen einen Namen schwerer am Telefon zu nennen und anfälliger für Tippfehler. Wenn es ohne geht, ist das meist die bessere Wahl. Manchmal ist der Wunschname ohne Bindestrich aber schon vergeben, dann kann ein Bindestrich ein sinnvoller Kompromiss sein.
Kann ich Umlaute verwenden? Ja, Domains wie
grün.de sind möglich. Du solltest aber bedenken, dass
Umlaute auf manchen Tastaturen und im Ausland Probleme machen können. Viele
entscheiden sich deshalb für die umschriebene Variante, also
gruen.de, oder sichern sich beide.
Domain, URL und Webadresse: Wo ist der Unterschied?
Im Alltag werden diese Begriffe oft durcheinandergeworfen, dabei meinen sie nicht
dasselbe. Die Domain ist nur der Namensteil, also beispiel.de.
Eine URL ist die vollständige Adresse einer einzelnen Seite und enthält die Domain als
einen ihrer Bausteine. Eine typische URL sieht so aus:
https://beispiel.de/produkte/schuhe.
Vorne steht das Protokoll, meist https://, das festlegt, wie
Browser und Server miteinander reden. Dann folgt die Domain. Und alles, was nach dem
nächsten Schrägstrich kommt, ist der Pfad, der auf eine bestimmte Unterseite innerhalb
der Website zeigt. Die Domain bleibt also gleich, während der Pfad sich von Seite zu
Seite ändert. Man kann sich das so merken: Die Domain ist das Gebäude, der Pfad ist die
Zimmernummer darin.
Diese Unterscheidung ist mehr als Wortklauberei. Wenn jemand sagt „meine Domain funktioniert nicht“, kann das ganz Verschiedenes heißen: Vielleicht ist die Domain selbst nicht erreichbar, vielleicht funktioniert nur eine bestimmte Unterseite nicht. Wer die Begriffe sauber trennt, beschreibt Probleme genauer und findet schneller die Ursache. Was beim Aufruf einer Adresse technisch geschieht, erklären wir auf der Seite zur Funktion einer Domain.
Wie viele Endungen sollte man sich sichern?
Weil dieselbe Name-Endung-Kombination weltweit nur einmal existiert, stellt sich beim Registrieren oft die Frage: Reicht eine Endung, oder sollte man sich den Namen gleich in mehreren sichern? Eine pauschale Antwort gibt es nicht, aber ein paar Faustregeln.
Für ein rein lokales Vorhaben in Deutschland reicht meist .de
völlig aus. Wer aber eine Marke aufbaut oder international denkt, sichert sich häufig
zusätzlich die .com-Variante, damit niemand anderes sie
besetzt und Kunden abgreift, die versehentlich die falsche Endung tippen. Auch nahe
Schreibvarianten, etwa mit und ohne Bindestrich oder Umlaut, sichern sich
markenbewusste Firmen gern mit.
Übertreiben muss man es aber nicht. Jede zusätzliche Domain kostet Geld und Pflege. Sinnvoll ist, die wichtigsten ein, zwei Varianten zu besetzen und den Rest gelassen zu sehen. Wenn du unsicher bist, welche Endungen für dein Vorhaben relevant sind, hilft ein Blick in die TLD-Übersicht oder ein kurzer Austausch mit jemandem, der das öfter macht.
Domain und Hosting: zwei Paar Schuhe
Beim Aufbau einer Website tauchen fast immer zwei Begriffe gemeinsam auf: Domain und Hosting. Sie gehören zusammen, sind aber nicht dasselbe, und diese Trennung zu kennen erspart später viel Verwirrung. Die Domain ist der Name, die Adresse. Das Hosting ist der Speicherplatz, auf dem die eigentliche Website liegt, also Texte, Bilder und alles Übrige.
Man kann sich das wie bei einem Geschäft vorstellen. Die Domain ist das Schild mit dem Namen über der Tür, an dem die Leute dich finden. Das Hosting ist der Laden dahinter, in dem die Ware steht. Du kannst das Schild behalten und in einen anderen Laden umziehen, und du kannst den Laden behalten und das Schild ändern. Beides funktioniert unabhängig voneinander, auch wenn man es oft im Paket bucht.
Verbunden werden die beiden über die Einträge im DNS, die festlegen, auf welchen Server eine Domain zeigt. Genau dieser Mechanismus sorgt dafür, dass deine Adresse zur richtigen Website führt. Wie das technisch abläuft, beschreiben wir auf der Seite zur Funktion einer Domain. Für den Aufbau reicht es zu wissen: Name und Inhalt sind getrennt und werden erst durch die Konfiguration miteinander verknüpft.
Das Wichtigste in Kürze
Eine Domain liest man von rechts nach links. Ganz rechts steht die Endung (Top-Level-Domain), die grob einordnet. In der Mitte der frei wählbare Name (Second-Level-Domain), der zusammen mit der Endung die Adresse einzigartig macht. Und links davor optional eine oder mehrere Subdomains, mit denen man Bereiche trennt. Wer diese Bausteine kennt, versteht jede Domain auf den ersten Blick und kann den eigenen Namen bewusster wählen.
Wenn dich jetzt interessiert, was beim Aufrufen einer Domain technisch passiert, geht es weiter mit der Funktion einer Domain. Und wenn du wissen willst, welche Endung zu deinem Projekt passt, hilft die Übersicht aller Domainendungen.
Für Technikinteressierte: FQDN, Punycode und der unsichtbare Punkt
Die vollständige, technisch eindeutige Form einer Domain heißt Fully Qualified
Domain Name (FQDN). Sie endet streng genommen mit einem Punkt, etwa
beispiel.de.. Dieser letzte Punkt steht für die Root-Zone, die Wurzel
des gesamten Namenssystems. Im Alltag lässt man ihn weg, im DNS ist er aber implizit
immer vorhanden.
Umlaute und andere Nicht-ASCII-Zeichen werden über ein Verfahren namens Punycode
kodiert. Aus grün.de wird intern xn--grn-7ka.de. Solche
Domains heißen IDN (Internationalized Domain Names). Der Browser zeigt die schöne
Variante an, im DNS und in Zertifikaten taucht aber die Punycode-Form auf, was bei
der Fehlersuche wichtig ist.
Jede Ebene einer Domain wird im DNS als sogenanntes Label geführt, maximal 63 Zeichen lang, die gesamte Domain höchstens 253 Zeichen. Subdomains sind technisch eigene Einträge in der Zone der übergeordneten Domain und können auf ganz andere Server zeigen als die Hauptdomain.