domain-infos.deTLD-Lexikon

.ws Domain – ccTLD Samoa, gern als „WebSite“ interpretiert

.ws ist offiziell die ccTLD für Samoa. IANA listet als ccTLD-Manager die Government of Samoa (Ministry of Foreign Affairs & Trade). In den Registry-Infos ist u. a. die Registration-URL http://www.website.ws und der WHOIS-Server whois.website.ws angegeben (Record u. a. zuletzt 2021-05-26 aktualisiert).
IANA: .ws Delegation Record

Warum .ws oft „anders“ vermarktet wird (und was technisch zählt)

.ws wird häufig als „WebSite“-Endung wahrgenommen, obwohl sie technisch eine ganz normale Länder-TLD ist. Das ist ein gutes Beispiel für „Label vs. Delegation“: Branding kann alles behaupten, aber Root-Zone-Daten sind die harte Realität. Für Domain-Ops heißt das: Bei ccTLDs sind Regeln, Prozesse und Schnittstellen stärker vom jeweiligen Betreiber geprägt als bei großen gTLDs. Du solltest also nicht automatisch davon ausgehen, dass Transfers, Locks oder Restore-Prozesse exakt so laufen wie bei .com/.net.

WHOIS & Datenzugang: nicht immer RDAP-first

Bei vielen gTLDs ist RDAP heute die bequeme Standardspur. Bei ccTLDs ist es gemischter: manche haben RDAP, manche nicht, manche nur eingeschränkt. Bei .ws nennt IANA konkret einen WHOIS-Server. Praktisch bedeutet das: Für Automatisierung musst du ggf. mit Port-43-WHOIS, Rate-Limits oder speziellen Query-Formaten klarkommen. Das ist kein Drama, aber es beeinflusst, wie du Monitoring aufsetzt.

whois -h whois.website.ws example.ws

Nameserver-Setups: IANA gibt dir sogar konkrete Hostnames

Der IANA-Record zeigt nicht nur „wer zuständig ist“, sondern auch welche Nameserver für die TLD autoritativ sind. Das ist nützlich, wenn du DNS-Probleme wirklich bis zur Delegation nachvollziehen willst. Für dich als Betreiber einer .ws Domain heißt das: Wenn du Debugging machst, arbeite schichtweise: (1) Parent-NS/Delegation, (2) authoritative Antwort deiner Zone, (3) Resolver-Caches/Propagation, (4) Anwendung.

dig +short NS example.ws dig +trace example.ws

Typische Praxisfallen bei „nicht-hauptsächlichen“ Domains

Viele .ws Domains werden als Projekt-Domains genutzt: Landingpage, Kampagne, Nebenservice. Genau da passieren die Klassiker: Domain läuft auf einem alten DNS-Provider, SSL wurde „nur schnell mal“ gemacht, und irgendwann zeigt die Domain ins Leere. Wenn du .ws produktiv nutzt, gib ihr denselben Lebenszyklus wie jeder anderen Domain: Verantwortliche Person, Renewal-Überwachung, DNS-Change-Prozess, und eine klare Entscheidung, ob DNSSEC genutzt wird oder bewusst nicht.

ccTLD-Realität: Policies können abweichen

ccTLDs können eigene Anforderungen haben: lokale Präsenzregeln, abweichende Dispute-Verfahren, oder spezielle Transferprozesse. Selbst wenn das bei .ws im Alltag oft unkompliziert wirkt, ist der Punkt: Du solltest die Registry-Infos und offiziellen Stellen kennen, damit du im Problemfall nicht nur auf „Support-Tickets“ angewiesen bist.

Ops-Checkliste für .ws

  • WHOIS Monitoring: nicht nur Website-Status prüfen, sondern Domainstatus/Ablaufdaten im Blick behalten.
  • DNS Hygiene: NS-Set stabil, TXT-Records nicht überfrachten, TTLs sinnvoll.
  • Redirect-Klarheit: Kampagnen-Domains brauchen saubere Canonical-/Redirect-Strategien.
  • Account Security: 2FA + Rollen beim Registrar, Lock-Policy definieren.
  • Dokumentation: „Wer darf was?“ spart bei Incident-Fällen Nerven.

.ws ist technisch sauber nutzbar – du solltest nur im Kopf behalten, dass du dich in einem ccTLD-Ökosystem bewegst, in dem Prozesse nicht zwingend „ICANN-gTLD-like“ sind.

Über den Autor

Oliver Misch ist Experte für Online-Marketing und Domains und mag Endungen wie .ws, weil sie sofort zeigen, ob jemand Delegation und Realität auseinanderhalten kann. Er findet es charmant, wenn Leute „WebSite“ darin lesen, aber er bleibt dabei: erst IANA anschauen, dann interpretieren. Bei .ws achtet er besonders auf WHOIS-Zugänglichkeit und darauf, dass Projekt-Domains nicht zu vergessenen Zombies werden. Seine Routine: NS-Trace, dann Authoritative Check, dann erst am Webserver drehen. Und wenn jemand „macht man später“ sagt, notiert er’s sich meist als erstes Risiko.