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.biz Domain – Business-Endung, gTLD-Standard mit klaren Schnittstellen

.biz ist eine gTLD („managed under ICANN's registrar system“). IANA nennt als Registry-Infos die Registration-URL http://www.nic.biz, WHOIS whois.nic.biz und RDAP https://rdap.nic.biz/.
IANA: .biz Delegation Record

Wofür .biz steht – und warum das technisch erstmal egal ist

„Business“ als Label klingt nach Shop, Firma, Angebot. In der DNS-Realität ist .biz aber vor allem eins: eine sauber standardisierte gTLD mit typischen ICANN-Prozessen. Das ist gut, weil du dich bei Transfers, Status-Codes und Datenzugang weniger mit Spezialregeln herumärgern musst. Das bedeutet nicht, dass .biz automatisch „vertrauenswürdiger“ oder „unsicherer“ ist – Trust kommt aus Betrieb, Security und Inhalt. Aber die TLD liefert dir solide Werkzeuge, um Domain-Ops professionell aufzusetzen.

RDAP ist dein bester Freund für Monitoring

Weil .biz einen offiziellen RDAP-Endpunkt hat, kannst du automatisiert prüfen, ob eine Domain „gesund“ ist: Status-Flags (Locks/Holds), Ablaufdatum, Nameserver-Infos, Entities. Das eignet sich für Portfolios genauso wie für einzelne, kritische Business-Domains. RDAP ist im Alltag oft schneller als GUI-Klickerei, und vor allem reproduzierbar: gleiche Anfrage → gleiche Datenstruktur.

curl -s https://rdap.nic.biz/domain/example.biz | head -n 45

Status-Codes: warum „Transfer geht nicht“ selten Zufall ist

Bei gTLDs ist die Welt der Status-Codes ziemlich klar. Klassiker: clientTransferProhibited (Registrar-Lock), clientUpdateProhibited (Änderungen gesperrt), oder auch serverseitige Varianten. In der Praxis ist der Fehler oft: jemand versucht zu transferieren, obwohl ein Lock absichtlich aktiv ist – oder es gibt eine Frist nach einem Inhaberwechsel. Lösung: Status lesen, Prozess sauber machen, dann handeln.

Lifecycle: Ablauf ist kein „Datum“, sondern eine Kette

.biz folgt dem typischen gTLD-Lifecycle: Registriert → Verlängert → Abgelaufen → (je nach Phase) Restore/Redemption → Delete. Wichtig ist das für zwei Dinge: (1) Risiko-Management (Wann wird es wirklich kritisch?) und (2) „Feuerwehrfähigkeit“ (Kann ich eine Domain noch retten, und was kostet/erfordert das?). Viele Ausfälle entstehen nicht durch DNS, sondern durch Abrechnung, fehlende Zuständigkeiten oder veraltete Account-Daten.

DNS, DNSSEC, und die häufigsten Praxisfehler

Technisch hängt die Stabilität deiner .biz Domain an deiner Delegation: korrektes NS-Set, sinnvolle TTLs, saubere Zonenpflege. DNSSEC kann zusätzlich Integrität liefern – aber nur, wenn du DS-Updates und Rollovers wirklich beherrschst. Ein häufiger Fehler ist „DNSSEC an, Provider wechseln, DS vergessen“ → validierende Resolver liefern SERVFAIL. Wer DNSSEC nutzt, sollte es wie Wartung behandeln: geplant, dokumentiert, getestet.

dig +short NS example.biz dig +trace example.biz dig +dnssec example.biz

Ops-Checkliste für .biz

  • RDAP-Checks: Status/Expiry regelmäßig automatisiert prüfen.
  • Registrar-Security: 2FA, Rollen, definierte Lock-Policy.
  • DNS Hygiene: TTL-Plan, NS-Redundanz, TXT nicht „überwachsen“ lassen.
  • DNSSEC: nur mit DS-/Rollover-Prozess.
  • Incident-Plan: Zuständigkeiten + Recovery, bevor es brennt.

Wenn .biz Probleme macht, liegt es fast nie an der Endung. Es liegt an Prozessen – und die kann man ziemlich gut in den Griff bekommen.

Über den Autor

Oliver Misch ist Experte für Online-Marketing und Domains und mag an .biz, dass man damit Prozessqualität gut sichtbar machen kann. Er schaut bei „Business“-Domains zuerst auf RDAP-Status und Ablaufdatum, weil dort die echten Zeitbomben sitzen. Er findet Transfer-Locks nicht nervig, sondern beruhigend – solange klar ist, wer sie wann lösen darf. Bei DNSSEC ist er eher „weniger, aber sauber“ als „überall aktiv und dann vergessen“. Und er hat eine kleine Schwäche für Checklisten, weil die im Domain-Betrieb oft mehr retten als jedes Tool.